1. Allgemeine Fragen
1.1. Lieferumfang der Ausführung ohne externes Bedienfeld
Das Standard-Set des unsichtbaren RFID-Möbelschlosses umfasst:
- Elektronisches RFID-Möbelschloss (Schlosskorpus + Riegel bzw. Schließblech).
- Zwei RFID-Transponderkarten: 1x Manager-Karte (Master) und 1x User-Karte (Benutzer).
- Vollständiger Satz Montageschrauben.
Batterien sind nicht im Standardlieferumfang enthalten.
1.2. Lieferumfang der Ausführung mit externem Bedienfeld
Das Set mit externer Bedieneinheit beinhaltet:
- Elektronischer Schlosskorpus + federunterstützter Verschlussriegel.
- Externes Touch-Bedienfeld für RFID-Karten und/oder PIN-Code-Eingabe.
- Flachband-Verbindungskabel (ca. 10 cm Länge).
- Zwei Transponderkarten: 1x Manager-Karte und 1x User-Karte.
- Vollständiger Satz Montageschrauben.
Batterien sind nicht im Standardlieferumfang enthalten.
1.3. Größere Stückzahlen: Transponderregistrierung vor der Montage
Bei der Ausstattung von Objekten mit mehreren Schlössern empfehlen wir dringend, die Grundprogrammierung vorab auf der Werkbank vorzunehmen:
- Lernen Sie eine einzige, einheitliche Manager-Karte an alle Schlösser der Etage oder des Büros an.
- Registrieren Sie die erforderlichen User-Karten für das jeweilige Möbelstück, solange die Gehäuse frei zugänglich sind.
1.4. Maximale Frontstärke (RFID-Lesereichweite)
Unsere professionellen RFID-Schlösser durchdringen Möbelfronten aus Vollholz, MDF, HPL, Acryl und Glas mit einer Stärke von bis zu 35 mm (modellabhängig). Dies garantiert eine absolut verdeckte Installation ohne sichtbare Bohrungen an der Front.
1.5. Funktionieren die Schlösser durch Spiegeltüren?
Nein. Das Schloss funktioniert nicht durch Glasspiegel, da die rückseitige metallische Beschichtung (Aluminium- bzw. Silberbedampfung) die hochfrequenten RFID-Wellen vollständig abschirmt. Für Spiegelschränke ist ein Schloss mit externem Touch-Panel erforderlich.
1.6. Zulässige Umgebungsbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit)
Die Schlösser der BIO-S Serie sind industriell gefertigt und für anspruchsvolle Betriebsumgebungen ausgelegt:
- Betriebstemperatur: -15 °C bis +65 °C (zuverlässiger Einsatz auch in unbeheizten Räumen).
- Zulässige Luftfeuchtigkeit: 10 % bis 90 % RH (nicht kondensierend).
- Antistatik-Schutz (ESD): Bis zu 15 kV Luftentladung und 8 kV Kontaktentladung zum Schutz der Mikrocontroller.
1.7. Kompatibilität mit 125-kHz- und HID-Zutrittskarten (Dual-Tags)
Unsere Schlösser arbeiten im Standard Mifare 13,56 MHz. Nutzt Ihr Unternehmen bereits Gebäudezutrittskarten anderer Frequenzen (z. B. Unique 125 kHz oder HID), bieten wir eine bewährte Lösung:
- Selbstklebende RFID-Tags (Sticker): Werden direkt auf bestehende Mitarbeiterausweise oder Smartphones aufgeklebt.
- Dual-Nutzung: Ein einziger physischer Ausweis bedient sowohl die Zeiterfassung am Werkstor als auch das persönliche Schrankfach.
1.8. Garantiebestimmungen und Haftungsausschlüsse
Die reguläre Garantiezeit für die Profi-Möbelschlösser der Serien BIO-S61A, BIO-S80A, BIO-S90A und BIO-S123A beträgt 24 Monate. Für das Wirtschaftsmodell BIO-S8080A gilt eine Gewährleistung von 12 Monaten.
Wichtig! Von der Garantie ausgeschlossen sind:
- Unsachgemäße Montage (insbesondere Fluchtungsfehler und seitlicher Druck auf den Verschlussriegel).
- Missachtung der Montageanweisungen oder Verzicht auf den Vorab-Trockentest.
- Mechanische Gewaltbeschädigungen durch Aufbrechen des Möbels infolge ignorierter Batteriewarnungen.
1.9. Auswirkungen der [RESET]-Taste
Durch Drücken der [RESET]-Taste für ca. 2 Sekunden wird die Steuerung auf den Werkszustand zurückgesetzt:
- Vollständige Speicherlöschung: Sämtliche hinterlegten Manager- und User-Karten werden unwiderruflich gelöscht.
- Moduswechsel: Das Schloss wechselt automatisch in den öffentlichen Modus. Eine private Betriebsart muss neu programmiert werden.
Achtung! Zwingende Programmierreihenfolge nach einem Reset:
- Für BIO-S61A, BIO-S80A, BIO-S90A, BIO-S123A: Schritt 1: Privater Modus ➔ Schritt 2: Manager-Karte ➔ Schritt 3: User-Karten.
- Für BIO-S8080A: Schritt 1: Manager-Karte ➔ Schritt 2: Privater Modus ➔ Schritt 3: User-Karten.
1.10. Farbige Markierungspunkte – Funktion und Einsatz
Die beiliegenden Klebepunkte (Weiß, Rot, Blau, Gelb) markieren bei Bedarf die exakte Position der internen RFID-Antenne auf der Möbelfront. Bei Echtholzfronten im gehobenen Innenausbau kann auf das Anbringen der Sticker vollständig verzichtet werden.
2. Akustische und visuelle Betriebssignale (Alarme)
2.1. Signaltabelle: Bedeutung der Tonfolgen und LED-Farben
- Grüne LED + 1 Signalton (di): Zutritt gewährt. Reguläre Öffnung mit autorisierter User-Karte.
- Rote LED (2x) + 2 Signaltöne (di-di): Zutritt verweigert. Nicht registrierte Karte erkannt.
- Blaue LED + 8 Doppel-Signaltöne (di-di): Unterspannungsalarm. Akustischer Warnhinweis bei jedem Öffnen. Batterien müssen zeitnah ersetzt werden (ca. 1.000 Reservezyklen ab Alarmbeginn).
- Rote LED + 5 schnelle Signaltöne: Manipulationsschutz (Locking Protection). Nach 5 Fehlversuchen sperrt das Schloss für 5 Minuten (vorzeitige Entsperrung mit der Manager-Karte möglich).
- Dauerton (diii): Offen-Alarm. Meldet eine seit über 30 Sekunden offenstehende Tür (deaktivierbar über Taster 1 & 2 im privaten Modus).
- LED aus: Energieeffizienter Standby-Modus.
3. Stromversorgung der unsichtbaren RFID-Möbelschlösser
3.1. Vorgehensweise bei vollständig entladenen Batterien
Ein solches Szenario tritt in der Praxis nur ein, wenn ein Schrank nach Batterieeinlage über mehrere Jahre (z. B. 5 Jahre) völlig ungenutzt bleibt.
Bei absoluter Tiefentladung bleibt der Riegel im Schließblech verriegelt.
Um zerstörungsfreien Zugang zu gewährleisten, empfehlen wir, an einer verdeckten Stelle der Möbelseite oder Rückwand eine Montageöffnung mittels Lochsäge einzubringen. Dadurch kann die Mechanik gelöst oder das Batteriefach erreicht werden.
Wichtig! Bei normaler Nutzung ist ein Aussperren ausgeschlossen, sofern die optisch-akustischen Warnsignale bei niedrigem Batteriestand nicht ignoriert werden.
3.2. Unterspannungsüberwachung und Sicherheits-Failsafe-Modus
Unsere Steuerungen verhindern ein Einsperren von Wertgegenständen bei sinkender Batteriespannung:
- Für Modelle BIO-S80A, BIO-S8080A, BIO-S90A, BIO-S123A (4x AAA): Warnung ab 4,5 V. Sicherheitsmodus greift bei 4,0 V.
- Für Modell BIO-S61A (1x CR123A): Warnung ab 2,5 V. Sicherheitsmodus greift bei 2,0 V.
Wird die kritische Abschaltspannung (4,0 V bzw. 2,0 V) erreicht, wechselt das Schloss in den Sicherheitsmodus: Der motorisierte Riegel fährt ein und verriegelt nicht mehr. Das Fach bleibt nach dem letzten Öffnen bis zum Einlegen neuer Batterien geöffnet.
3.3. Dauerhafte Stromversorgung über externes 6-V-Schaltnetzteil
Ja. Jedes Modell der BIO-S Serie kann alternativ mit einem externen, stabilisierten 6-V-DC-Schaltnetzteil betrieben werden. Dies empfiehlt sich für stark frequentierte Bürokomplexe.
3.4. Batterielebensdauer und zwingende Verwendung von Industriezellen
Der Ruhestrombedarf liegt bei unter 100 µA, der Schaltstrom bei unter 200 mA. Ein Markenbatteriesatz liefert Energie für 10 bis 14 Monate (ca. 15.000 Zyklen).
Qualitätskriterien für Batterien:
- Verwenden Sie ausnahmslos frische Industrie-Alkalibatterien (z. B. Varta Industrial oder Duracell Procell). Standard-Discounterbatterien brechen bei den Impulslasten des Servomotors vorzeitig ein.
- Gebrauchte oder teilentladene Zellen können das Unterspannungssignal außer Kraft setzen und zum Blockieren des Schlosses führen.
- Empfehlung: Richten Sie einen festen Turnus (z. B. alle 6–10 Monate) im Wartungskalender Ihres Gebäudemanagements ein.
3.5. Benötigte Batterietypen für BIO-S80A und BIO-S61A
Das Standardmodell BIO-S80A benötigt 4x AAA 1,5V Alkalibatterien. Das Kompaktmodell BIO-S61A arbeitet mit 1x CR123A 3V Lithium-Batterie.
3.6. Schloss schaltet nicht ein und reagiert nicht auf Karten
Im Werkslieferumfang sind keine Batterien enthalten. Vergewissern Sie sich, dass fabrikneue Markenbatterien polungsrichtig eingelegt wurden.
3.7. Zentrale Stromversorgung mehrerer Schlösser (Hubs & Verteiler)
Eine zentrale Speisung ist problemlos möglich:
- Manuelle Verdrahtung: Parallelschaltung über 2-adrige Zuleitungen (Kupferquerschnitt min. 0,75 mm²). Unser 6V/2A-Netzteil versorgt 5 bis 10 Schlösser stabil.
- Modulare Verteiler: Mit unseren speziellen 7-Port USB-DC-Hubs und konfektionierten 1-m- bzw. 2-m-Kabeln bauen Sie eine saubere Plug-and-Play-Versorgungsleiste im Schrankkorpus auf.
4. Betrieb im privaten Modus (Private Mode)
4.1. Funktion der Manager-Karte (Programmierung vs. Notöffnung)
Die Manager-Karte fungiert rein als Administratorschlüssel zur Autorisierung neuer User-Karten. Im privaten Modus besitzt die Manager-Karte keine Berechtigung zum Entriegeln (Schutz der Privatsphäre des Nutzers). Im öffentlichen Modus dient sie als Notöffnungsschlüssel.
4.2. Zentrale Verwaltung mehrerer Schlösser mit nur einer Manager-Karte
Es ist nicht erforderlich, für jedes Schloss eine separate Admin-Karte zu verwalten. Registrieren Sie eine übergeordnete Manager-Karte für alle Schlösser einer Schrankwand oder Abteilung.
4.3. Schließen mehrerer Schlösser mit einer einzigen Benutzerkarte
Ja, ein und dieselbe User-Karte kann an beliebig vielen BIO-S Möbelschlössern eingelernt werden.
4.4. Maximale Benutzerkapazität pro Schloss
Jedes unsichtbare Möbelschloss kann bis zu 30 Benutzerkarten bzw. Transponder verwalten.
4.5. Verhalten bei versehentlich eingeschlossener Benutzerkarte
Liegt die Manager-Karte außerhalb des Schranks vor, lernen Sie innerhalb von 5 Sekunden eine neue Ersatz-User-Karte an und öffnen das Schloss zerstörungsfrei.
4.6. Integrierter mechanischer Türauswerfer (Push-to-open)
Ja, alle Schlösser verfügen über einen federbelasteten Auswurfstift, der die Tür nach dem Freigeben des Schnäppers um ca. 10 mm aufdrückt.
5. Betrieb im öffentlichen Modus (Public Mode)
5.1. Notöffnungsfunktion und Kartenkontingente bei Spindanlagen
Im öffentlichen Modus (Fitnessstudios, Thermen) belegt ein Gast ein freies Schließfach mit seiner Karte und gibt es beim Verlassen wieder frei. Die Manager-Karte öffnet das Fach im Notfall. Modell BIO-S8080A unterstützt 1 Manager-Karte, die Premium-Modelle bis zu 10 Manager-Karten.
6. Transponderregistrierung & Programmierschemata
6.1. Programmierschema: Privaten Modus aktivieren
Für Modelle: BIO-S61A, BIO-S80A, BIO-S90A, BIO-S123A
Taste [3] für
2 Sek. drücken
➔
2 Signaltöne
+ grüne LED
➔
PRIVATER MODUS
AKTIVIERT
Für Modell: BIO-S8080A
Taste [1]
3-mal drücken
➔
3 Signaltöne
+ blaue LED
➔
Manager-Karte
2-mal vorhalten
➔
PRIVATER MODUS
AKTIVIERT
6.2. Programmierschema: Manager-Karte anlernen
Taste [1] für
2 Sek. drücken
➔
Grüne LED
blinkt
➔
Neue RFID-Karte
vorhalten
➔
MANAGER-KARTE
GESPEICHERT
6.3. Programmierschema: Benutzerkarten anlernen
MANAGER-Karte
1-mal vorhalten
➔
Grüne LED
blinkt
➔
Neue USER-Karte
vorhalten
➔
USER-KARTE
GESPEICHERT
7. Montage-Leitfaden – Praxistipps für Tischler & Monteure
7.1. Schritt 0: Empfohlene Werkzeuge und Hilfsmittel
- Akkuschrauber mit Bit-Set und 2-mm-Holzbohrer für saubere Vorbohrungen.
- Langer Nagel oder Vorstecher zum präzisen Ankörnen der Befestigungspunkte.
- Messschieber oder Präzisionsmaßband zur exakten Ermittlung der Riegelachse.
- Wasserwaage zur lot- und waagerechten Montage.
- Doppelseitiges Montage-Schaumklebeband zur provisorischen Lagefixierung.
- Entfetter (z. B. Isopropylalkohol) zur Vorbereitung der Klebeflächen.
7.2. Schritt 1: Trockentest und Vorabkonfiguration auf der Werkbank
Führen Sie vor jeglichen Bohrungen am Korpus einen Funktionstest auf der Werkbank durch. Prüfen Sie Auslöseverhalten, Federauswurf und Transponderzuordnung unter realer Batterielast.
7.3. Schritt 2: Montage in Schubladen (Fluchtung & Zentrierung)
- Montieren Sie den Schlosskorpus stets mittig auf der Schubladenachse, um ein Verkanten der Frontführung zu verhindern.
- Schlosskorpus und Schließteil können wahlweise vertikal oder horizontal verschraubt werden.
- Wichtigster Praxistipp: Schließtests auf Schaumklebeband nur mit eingelegten Batterien durchführen, damit das Schloss per Transponder zerstörungsfrei geöffnet werden kann!
7.4. Schritt 3: Anschlagtüren und Vitrinen (Druckweg einstellen)
Achten Sie auf ca. 1–2 mm Druckspiel nach innen. Dieses Spiel ist zwingend erforderlich, damit der Benutzer die Front beim Anlegen der RFID-Karte leicht andrücken kann, um das Push-to-open-Schloss lastfrei ausklinken zu lassen.
7.5. Schritt 4: Wartungsöffnungen & Vermeidung von Blockierströmen
- Notstrom-Öffnung: Eine verdeckte 8-mm-Bohrung ermöglicht im Bedarfsfall das externe Einspeisen von 6 V DC.
- Blockierstrom verhindern: Der Riegel muss absolut berührungsfrei in das Schließblech eintauchen. Schleifender Kontakt treibt den Motorstrom von 220 mA auf 350 mA (Stall Current) und halbiert die Batterielaufzeit drastisch.